Die TOP 3 des 63. Hörspielpreises der Kriegsblinden 2014

Die 15-köpfige Jury des Hörspielpreises der Kriegsblinden hat die folgenden Hörspiele zu ihren Top 3 gewählt:

  • Abschiedsgeschenk
    Autor: Gert Roland Stiepel
    Regie: Christoph Dietrich
    Produktion NDR
    Ursendung: NDR Info, 5. August 2013
    Mit Klaus Manchen, Monika Lennartz, Reiner Schöne, Dieter Mann, Friedhelm Ptok, Alexandra Sydow, Nadinede Zanet, Norbert Stöß und vielen anderen

    Das Stück spielt in naher Zukunft, die Vergreisung der Gesellschaft ist fortgeschritten, der Staat zahlt Prämien für Menschen, die freiwillig ihr Leben beenden und so den Kranken- und Sozialkassen nicht mehr zur Last fallen. Abwrackprämien. Die Jury: „Diese böse Satire liegt erschreckend nahe an unserer Wirklichkeit und zeigt mit nur feiner Übertreibung die Brutalität, mit der die Gesellschaft Alte oder Behinderte ausgrenzt.“

  • Hate Radio
    Autor: Milo Rau
    Realisation: Milena Kipfmüller
    Produktion: WDR/ORF
    Ursendung: WDR 5, 16. April 2013
    Mit: Bianca Hauda, Max von Malotki, Ill-Young Kim, Ute Wassermann, Edda Fischer, Hüseyin Michael Cirpici, Benny Hogenacker

    Der Ton ist vertraut, der Inhalt grauenhaft. Milo Rau stellt aufgrund von dokumentarischem Material populäre Radiosendungen aus Ruanda im Jahr des Völkermordes an den Tutsi nach. In leichtem Plauderton, zwischen Popmusik, Witzchen und Höreranrufen rufen die Moderatoren zum Hass, zum Jagen, zum Morden auf. Die Jury: „Das Stück zeigt drastisch, zu welcher Manipulation Radio fähig sein kann – und hinterlässt die Frage, wie schnell ein solcher Zivilisationsbruch auch anderswo, auch hier möglich wäre.“

  • Heidi Heimat
    Autor/Realisation: Robert Schoen
    Produktion: HR
    Ursendung: HR 2 Kultur, 7. April 2013
    Mit: Asylbewerbern und Asylanten aus Iran, Somalia, Kongo, Togo, Angola, Usbekistan, Palästina, Georgien und Guniea

    In Robert Schoens dokumentarischem Stück erzählen Asylbewerber und Einwanderer den Film „Heidi“ nach und erleben dabei ihr eigenes Schicksal von Heimatverlust, Heimweh, Fremdheit. Die Jury lobte die Musikalität der Inszenierung, die aus der Vielfalt der Stimmen, der Akzente, der fremden Sprachen und der Sichtweisen einen mehrstimmigen Chor macht. „Ein vieldiskutiertes Thema wird von seinen Schlagworten befreit und durch Sympathieträgerin Heidi nahe ans Publikum gerückt.“

 

Die Jury des 63. Hörspielpreises der Kriegsblinden 2014 tagte am 31. März in Saarbrücken. Ihr gehörten diesmal folgende 15 Mitglieder an:

  •  vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD): Hans-Dieter Hain (stellvertretender Vorsitzender der Jury), Dietrich Plückhahn, Paul Baumgartner, Klaus Bartels, Ernst Kuttner, Johann Dressing und Klaus-Jürgen Schwede;
  • aus der Gruppe aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur, Journalismus: Anna Dünnebier (Vorsitzende der Jury), Dieter Anschlag (Funkkorrespondenz), Thomas Irmer (Freier Journalist u.a. Theater heute), Elmar Krekeler (Die Welt), Petra Kammann  (INrheinkultur), Eva-Maria Lenz (Freie Journalistin, FAZ, epd), Diemut Roether (epd medien), Hans-Ulrich Wagner (Universität Hamburg).

Der Gewinner der renommierten Auszeichnung, getragen vom Bund der Kriegsblinden e.V. (BKD) und der Film- und Medienstiftung NRW, wird erst während der von Ute Soldierer moderierten Preisverleihung am 17. Juli um 17 Uhr im Kleinen Sendesaal des WDR bekannt gegeben.

Sämtliche Einreichung findet man hier.

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