Deutscher Kinderhörspielpreis 2014 für „Thyrannosaurus Max“

„Tyrannosaurus Max“ erhält in diesem Jahr den Deutschen Kinderhörspielpreis. Die Jury entschied sich bei ihrer Sitzung am 22. Oktober in Wuppertal für das Hörspiel von Peter Jacobi über die zehnjährige Laura und ihren nervigen, kleinen Bruder Max, der sich über Nacht in einen Tyrannosaurus verwandelt. Da Max so nicht in den Kindergarten gehen kann, muss Laura ihn hüten. Und das ist schwer, denn Tyrannosaurus Max wächst schnell, brüllt laut und stampft wild durch die Wohnung. Das Hörspiel entstand unter der Regie von Judith Lorentz und ist eine Produktion von Deutschlandradio Kultur.

Die Begründung der Jury

Lauras kleiner Bruder ist eine Nervensäge. Mit seinem Geschrei und dem ewigen Quengeln treibt er alle in den Wahnsinn, die Eltern, den Kindergarten, und natürlich auch Laura. Das Kind als Tyrann, und das auch noch in einem Kinderhörspiel: Peter Jacobi geht durchaus kontrovers vor in seinem Stück, das in aller Deutlichkeit Geschwister- und andere Konflikte zu Sprache bringt. Nur die Eltern wollen es nicht wahrhaben, dass statt Max eines Morgens ein Tyrannosaurus am Frühstückstisch sitzt, frei nach dem Motto: Es steht ein Elefant im Raum, aber niemand spricht darüber. Natürlich verschärft das die Lage nur. Mit genauem Blick schildert Jacobi moderne Familienverhältnisse zwischen Doppelverdienst und Kinderbetreuung, ohne auf Fantastik zu verzichten: Die Verwandlung eines kleinen Jungen in ein Monster – das funktioniert so nur im Medium Hörspiel, das in diesem Fall auch noch ein Originalhörspiel, also ein eigens fürs Radio geschriebenes Stück, und nicht etwa eine Buchbearbeitung ist. Judith Lorentz hat es sorgfältig, mit viel Sinn für die Beziehungsnuancen innerhalb der Familie und den ‚Monstersound‘ des Jungen umgesetzt, Lutz Glandien steuert exklusive Kompositionen bei, so dass ‚Tyrannosaurus Max‘ auch akustisch höchsten Ansprüchen genügt.

Über die Vergabe des Preises entschieden in diesem Jahr der stellvertretende Feuilletonchef beim Kölner Stadt-Anzeiger Frank Olbert (Juryvorsitz), die Dramaturgin und Autorin Kerstin Behrens, die Journalistin Eva-Maria Lenz, die Produzentin und Autorin Karin Lorenz sowie der Autor und Musiker Torsten Krug.

Die besten Produktionen aus den 37 eingereichten Hörspielen fasst die Jury in folgender „Top 5“-Liste zusammen (die Reihenfolge stellt keine Rangliste dar):

  • „Tyrannosaurus Max“ von Peter Jacobi (DKultur), Einreichung des Autors
  • „Opa Ottos Wunderwagen“ von Robert Schoen (hr/NDR), Einreichung des hr
  • „Robin, der Reimer“ von Karlheinz Koinegg (WDR), Einreichung des Autors
  • „Der silberne Klang“ von Monika Buschey (WDR), Einreichung des WDR
  • „Südseekeller“ von Jule Ronstedt (BR), Einreichung der Autorin

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am im Rahmen der ARD Hörspieltage im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe vergeben. Gleichberechtigte Träger des Preises, der zum neunten Mal vergeben wird, sind Film- und Medienstiftung NRW und die Landesrundfunkanstalten der ARD, mit Unterstützung der Stadt Wuppertal.  

Peter Jacobi. Foto: Amelia Leoncini-Jacobi

Peter Jacobi. Foto: Amelia Leoncini-Jacobi

Peter Jacobi, geboren 1951 in Thüringen, ist Schriftsteller, Buchhändler und Rockmusiker und veröffentlicht Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Seit 1981 lebt er als freier Autor in München.

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