Axel-Eggebrecht-Preis 2022 für Lorenz Rollhäuser

Heute um 17.30 Uhr wird auf dem Mediencampus Villa Ida am Leipziger Poetenweg der Axel-Eggebrecht-Preis an den Feature-Autor Lorenz Rollhäuser verliehen. Die Verleihung wird zusammen mit der Verleihung des Günter-Eich-Preises im Livestream übertragen. Die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig fühlt sich der Förderung des Radiofeatures verpflichtet und möchte mit dem von ihr gestifteten Axel-Eggebrecht-Preis das Lebenswerk von Autorinnen und Autoren würdigen, die mit ihren Radio-Arbeiten das Repertoire der Gattung vielgesichtig und stetig erweitert haben. Der Preis ist mit € 10.000 dotiert.

Aus der Begründung der Jury:

Selbstkritisch und humorvoll, sensibel und kundig begegnet Lorenz Rollhäuser den Themen und den Menschen, die von sozialer Ungerechtigkeit, Drogenmissbrauch, Generationenkonflikten erzählen. Aus seiner besonderen Perspektive heraus werden aus gängigen Themen zwingende Geschichten – echt, frisch, das pralle Leben. Und er meint es gut mit den Menschen, denen er sich in jeder Situation nähert und die er erzählen lässt. Solange man irgendwie klarkommt, sagt das Mädchen im Cannabis-Feature, könne man doch kiffen. ‚Okay, man wird abhängig‘, schränkt sie dann ein. So geht es einem beim Hören der Features von Lorenz Rollhäuser. Man wird abhängig. Jedes Feature ist für sich besonders und entfaltet seinen Zauber von Beginn an.

Die Jury bestand aus Ulrike Toma (NDR), Elisabeth Stratka (ORF) und Wolfgang Schiffer (langjähriger Leiter Hörspiel, Radio-Feature und Literatur beim WDR).

Lorenz RollhäuserLorenz Rollhäuser, 1953 in Marburg/Lahn geboren, studierte Erziehungswissenschaften in Münster. In den 1980er Jahren betrieb er ein Café in Hamburg. Seit den 1990er Jahren arbeitet Rollhäuser vorrangig als Feature- und Hörspielautor und -produzent für die ARD und den Deutschlandfunk und reiste für seine Arbeit in zahlreiche verschiedene Länder Afrikas und Lateinamerikas sowie nach China und in die USA.

Rollhäusers Feature-Werk umfasst eine große Bandbreite: vom einfühlsamen Porträt („Tante Friedel“) über gesellschaftlich relevante Themen wie Migration („Frontera – Menschen und Mauern an der Grenze Mexiko-USA“) oder Kolonia-lismus („Haus der Weißen Herren“ über das Berliner Humboldt Forum) bis zur investigativen politischen Recherche („Painkillers – Die Opiatkrise in den USA“ oder „Außer Kontrolle – Doping im Fußball“).

Rollhäusers Features wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so zum Beispiel mit dem Prix Europa 2008 für „Mutters Schatten – Kehraus im Elternhaus“, ein Feature, das paradigmatisch darstellt, wie auf das Nachkriegsbürgertum eine Generation folgt, die sich dessen Werten verweigert. Die Folge sind Spannungen und Ambivalenzen im Verhältnis beider Generationen bis ins hohe Alter.

Lorenz Rollhäuser ist nach Walter Filz, Alfred Koch, Margot Overath, Paul Kohl, Friedrich Schütze-Quest †, Richard Goll & Alfred Treiber und Helmut Kopetzky der achte Preisträger des Axel-Eggebrecht-Preises.

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