Hörspiel des Monats Oktober 2015

The Unknown

von Matthew Herbert
Regie: Matthew Herbert
Chorleitung: Sabine Wüsthoff
Dramaturgie: Marcus Gammel
Recherche: Clarisse Cossais
Produktion: D-Kultur/BR/ ROC
Ursendung: D-Kultur, 02. Oktober 2015
Länge: 30:07

Begründung der Jury

Deutsch-deutscher Rundfunk am 2. Oktober 1990, fast real time reagieren die Sender hüben wie (noch) drüben auf die Ereignisse. Näher ist man nur, wenn man inmitten dabei ist. Wenn heute über die deutsche Wiedervereinigung nachgedacht wird, dann erfolgt das aus der Diskurssicherheit historischer Distanz. Matthew Herbert collagiert nicht, er komponiert die O-Töne jener Tage. Meinungen, Kommentare, Äußerungen, die noch keine Erfahrung korrigiert hat. Was die Debatten vergangener Jahrzehnte unter Meta-Ebenen begraben, frischt sein Hörstück für uns auf: So redeten und dachten wir damals tatsächlich, so klug oder dumm hörten wir uns an. Electronica-Produzent Herbert bindet die Stimmen der Zeit in die Stimmen zweier Chöre, er schafft und nutzt alle Hör- und Rezeptions-Räume, die das Medium bietet. Stegreif-Kommentar trifft auf Komposition, Dokumentarisches wird artifiziell, und umgekehrt. So gelingt ein zeitdokumentarisches Hörstück, dass durch die spektakuläre Begegnung von RIAS Kammerchor und Rundfunkchor Berlin selbst wieder zu einem Zeitdokument wird. Ein Meisterwerk.

Das Hörspiel wird am 2. Januar 2016 im Deutschlandfunk (DLF) wiederholt.

Nominierungen

BR, Josef Benno Sailer: The King is gone. Des Bayernkönigs Revolutionstage
DKultur, Matthew Herbert: The Unknown
HR, Navid Kermani: Stark wie der Tod. Eine biblische Liebe
MDR, Thilo Reffert: Ein blühendes Land
NDR, Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Henry Quebert
RB, keine Nominierung
RBB, Joachim Ringelnatz:  …liner Roma…
SR, Cécile Wajsbrot: Sirenengesang
SWR, Michel Houellebecq: Unterwerfung
WDR, Max von Malotki: Verschlusssache KI2015

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