DYSTOPIE sound art festival

One person’s utopia is another’s dystopia

Dystopie hat Konjunktur. In Film und Literatur wie in der Weltpolitik schaut sie uns entgegen. Autoritär geführte Staaten, die weltumspannende Macht der Internet-Konzerne und ökologische Katastrophen: sie fügen sich zu einer Zukunftsvision des Schreckens. Aber Dystopie ist nicht nur verstörend. Gerade weil sie fiktional ist, ist sie ein zeitdiagnostisches Werkzeug – und „eine Warnung, es nicht so weit kommen zu lassen“, wie die Philosophin Ágnes Heller betont. Damit übt die Dystopie eine breite Faszination aus. Wie die Utopie ist sie eine Schöpfung leidenschaftlicher Einbildungskraft, allerdings nicht von Hoffnung, sondern von Furcht regiert. Utopie und Dystopie sind zwei Seiten einer Medaille: Jedes utopische Streben nach gesellschaftlicher Vollkommenheit schränkt unweigerlich die individuelle Freiheit ein, wie Gregory Claeys in seinem Vortrag auf dem Teufelsberg ausführen wird.

Topien – Räume und Orte – mit ihren Atmosphären, Geschichten und Potentialen spielen in Klangkunst eine zentrale Rolle. Das DYSTOPIE Sound Art Festival sucht Orte mit ungewöhnlicher Vergangenheit und offener Zukunft auf und transformiert sie durch klangkünstlerische Positionen aus verschiedenen Kulturen. Zentrale Fragen dystopischen Denkens wie die nach sozialer und politischer Unterdrückung, nach den Unwägbarkeiten von Technologien und nach massiven Eingriffen in die Umwelt werden 10 Tage lang in Klanginstallationen und -performances verhandelt. Eine aktuelle Zuspitzung bekommt das Dystopie-Festival durch den Länderschwerpunkt Türkei mit Künstler*innen aus Istanbul.

21. – 30. September 2018
Großer + Kleiner Wasserspeicher Prenzlauer Berg, Meinblau Projektraum,
Errant Sound Projektraum,Tempelhofer Feld , Kollwitzplatz, Teufelsberg
Sammeleintritt für alle Ausstellungen: 5 Euro (inklusive Katalog)
Performances Wasserspeicher am 28.9.: 10 Euro,
Vortrag & Performance Teufelsberg am 30.9.: 8 Euro

Dystopie sound art festival

Programm-Flyer (PDF)

Weitere Infos und Programm (Deutsch / Englisch): www.dystopie-festival.net

Teilnehmende KünstlerInnen: Selçuk Artut (TR), Mario Asef (AR), Gívan Béla (BE), Katharina Bévand (DE), Geza Bobb (DE), Alberto de Campo (AT), Gregory Claeys (GB), Peter Cusack (GB), Alessandra Eramo (IT), Tuçe Erel (TR), Özgür Erkök Moroder (TR), Ipek Gorgun (TR), Hannes Hoelzl (AT), Sair Sinan Kestelli (TR), Jacob Kirkegaard (DK), Georg Klein (DE), Ines Lechleitner (AT), Laura Mello (BR), Wolfgang Musil (AT), Kirsten Reese (DE), Candaş Şişman (TR), Nihad Sirees (SY), Liping Ting (TW), Antje Vowinckel (DE), Steffi Weismann (CH), Georg Werner (DE), Jeremy Woodruff (US).
Kuratoren/innen: Georg Klein, Golo Föllmer, Ebru Yetişkin, Jeremy Woodruff

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