„Radiophonic Spaces“ in Berlin

Am 29. Oktober ist das Radio in Deutschland 95 Jahre alt geworden. Als „Deutscher Unterhaltungsrunfunk“ begann 1923 der reguläre Sendebetrieb. Fünfzehn Jahre und ein paar Tage später am 30. Oktober 1938 ging in den USA das bis heute berühmteste Hörspiel aller Zeiten über den Sender Orson Welles „The War of the Worlds“ – eine fiktive Radioreportage über die Invasion der Marsianer noch dem Roman von H.G. Wells.

"Sie betreten das Radio - hier gibt es nichts zu sehen". Walter Filz, 2001. Die Installtion der Radiophonic Spaces im Museum Tinguely, Basel, mit den Sendeantennen. Bild: Jochen Meißner.

„Sie betreten das Radio – hier gibt es nichts zu sehen“. Walter Filz, 2001. Die Installation der Radiophonic Spaces im Museum Tinguely, Basel, mit den Sendeantennen. Bild: Jochen Meißner.

Dieses und mehr als 200 weitere Hörspiele und Radiokunstwerke sind ab 1. November 2018 im Berliner Haus der Kulturen der Welt in der Ausstellung „Radiophonic Spaces“ zu erleben. Im Baseler Museum Tinguely läuft die Ausstellung schon seit dem 23. Oktober. Von der „Funkstille“ bis zur „Funkoper“, von „Plattengeschichten“ bis zum „Remix“ von den „Gesetzen der Form“ bis zu „Ecce Homo“ wird  in dreizehn narrativen Querschnitten die Geschichte der Radiokunst erzählt. Was sonst in unzugänglichen Archiven verwahrt wird, ist hier zu hören.

Die Mindmap der Radiophonic Spaces im Museum Tinguely, Basel. Bild: Jochen Meißner.

Die Mindmap der Radiophonic Spaces im Museum Tinguely, Basel. Bild: Jochen Meißner.

Mit einem speziellen Smartphone und Kopfhörern kann man an den einzelnen Sendeantennen Ausschnitte aus den Hörspielen hören. An jeder Antenne sind unterschiedliche Stücke aus allen dreizehn Narrative ‚übereinandergestapelt‘. An den Computerterminals bekommt man zusätzliche Informationen und Materialien zu den Hörspielen — und man kann sich die Stücke natürlich auch vollständig anhören.
Radiphonic Spaces — Flyer mit Narrativ- und Stückliste (PDF)

Radiophonic Spaces - Mindmap zur Sprechplastik "Hotel zur ewigen Lampe - operative Vorgänge" von Michael Lentz. Bild: Jochen Meißner.

Radiophonic Spaces – Mindmap zur Sprechplastik „Hotel zur ewigen Lampe – operative Vorgänge“ von Michael Lentz. Bild: Jochen Meißner.

Die Austellung findet parallel im Museum Tinguely in Basel und im Haus der Kulturen der Welt in Berlin satt. Im nächsten Jahr wird sie in der Bibliothek der Bauhaus Universität Weimar zu sehen sein.

Radiophonic Spaces Vernissage, Museum Tinguely, Basel, 24.10.2018. Bild: Jochen Meißner.

Vernissage der Ausstellung „Radiophonic Spaces“ im Museum Tinguely, Basel, 23.10.2018. Bild: Jochen Meißner.

Die Ausstellung ist unter Federführung von Nathalie Singer, Inhaberin des Lehrstuhls für „Experimentelles Radio“  aus dem interdisziplinären Forschungsprojekt „Radiophonic Cultures – Environments and Archives in Hybrid Media System“ hervorgegangen, das von 2015-2018 an der Universität Basel und der Bauhaus-Universität Weimar angesiedelt war. Offenlegung: der Autor dieses Blogs ist einer der Kuratoren der Ausstellung.

Museum Tinguely, Basel, 23.10.2018 bis 27.01.2019 (Di-So 11-18 Uhr, Eintritt ins Museum: 18 CHF)
in den 14 Wochen der Ausstellung gibt es ein umfangreiches Beiprogramm und eine Ringvorlesung.

Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 01.11.2018 bis 10.12.2018 (Do–Mo 11–19h, Eintritt frei)
Alle Termine des Beiprogramms hier.

Bauhaus Universität, Weimar, 06.07.2019 bis 19.09.2019 (Eintritt frei)

 

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