Akustische Spiegel – Über Hörspielkritik (live)

Akustische Spiegel – Über Hörspielkritik

23. Januar 2018, 19.00 Uhr
im Glaskasten auf der Limona
Steubenstr. 8, 99423 Weimar
’nough said:!“ (‹zwinkersmiley›)

Auf die Frage eines Reporters ob sie beim Fotoshooting zu einem Kalender nackt gewesen sei, antwortete Marilyn Monroe: „It’s not true I had nothing on – I had the radio on”. Ein Satz aus dem der Hörspielautor Eran Schaerf eine ganze Medientheorie zum Thema „Coverage” destillieren kann, denn „Coverage” kann im Englischen sowohl Bedeckung als auch Aufdeckung bedeuten.

Manchmal braucht es Destillationsapparate, manchmal Dekonstruktionsbestecke, manchmal hermeneutische Zirkel um ein Hörspiel zu analysieren und zu interpretieren. Während das Hörspiel in der öffentlichen Wahrnehmung immer mehr verschwimmt, wie die Stimme von Alvin Lucier, die 1969 in seinem Aufnahme- und Wiedergaberaum verschwunden ist, geht es der Hörspielkritik darum die Wahrnehmung zu schärfen. Wenn das Hörspiel immer Kampf ist, wie der Hörspieltheoretiker Friedrich Knilli behauptet, dann ist Hörspielkritik Notwehr. Und nichts stellt man sich lieber als einer ordentlichen ästhetischen Herausforderung. Dabei passiert es allzu oft, dass man Texte, die man lesen möchte, selber schreiben muss. Meist werden das die besseren Texte. Dennoch sollte man sich ab und zu die Frage stellen: Was mache ich hier eigentlich?

Bild: Jan Georg Glöckner: Radiogespräch Jochen Meißner, Bauhaus-Universität Weimar 2018.

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