Die Gewalt des Gesangs

Radiovorschau, 20. bis 27. Januar 2012

An Ror Wolf sollte man nicht nur dann denken, wenn sich die Synapsenströme mit Fußball und Literatur gleichzeitig beschäftigen. Denn dieser Schriftsteller mit dem programmatischen Pseudonym Raoul Tranchirer leuchtet wie kein anderer die komischen Abgründe aus, die die Technik der Montage hervorbringen kann. Denn auch das eigene Denken kann dekonstruiert und neu zusammengesetzt werden. Von 1961 bis 1963 war Wolf Rundfunkredakteur beim Hessischen Rundfunk, für den er auch alle seine Hörspiele produzierte. »Die Gewalt des Gesangs in Nevada« von 1996 (Fr, 21h, BR2) bietet einen wundervollen Einstieg in seine Klang- und Textgebäude. Außerdem sei Interessierten noch ein Artikel von Oliver Nagel aus der Titanic vom Juni 2002 zu Wolfs Siebzigstem anempfohlen, zu finden auf deren Website.

Am Samstag ruft die AG Geige den Plan auf den Plan. Während Geige-Sänger Frank Bretschneider im Osten Schallmauern durchbrach, vom Mauerfall aber kaum Notiz nahm, pries Plan-Sänger Moritz R. in den 1980ern den Gummitwist und fragte »Warum nicht bei rot gehen / warum nicht bei grün stehen?« Die beiden früheren Avantgardisten unterhalten sich im »Kleinen Grenzverkehr« über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Karl-Marx-Stadt und Düsseldorf (WDR 3, 23h).

Rafik Will (20.01.12, junge Welt)

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